Speditionen: Wie sie die Wirtschaft in Fahrt halten

25 Aug, 2016

Heute bestellt, morgen da: Was wir mittlerweile bei unseren privaten Online-Käufen gewohnt sind, gilt immer häufiger auch in großen Unternehmen. Speditionen halten die Wirtschaft am Laufen. Egal ob im Lkw oder auf der Schiene, per Luftfracht oder auf dem Seeweg: Als Dienstleister sorgen sie dafür, dass benötigte Güter in der gewünschten Stückzahl pünktlich am richtigen Ort sind. Seit jeher kommt dem Bereich Logistik daher eine Rolle zu, die für den Welthandel gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Wie funktioniert das Geschäft internationaler Speditionen?

Speditionen Hamburg

Unter anderem organisieren Speditionen die Verschiffung von Containern.
(c) istockphoto.com/TERADAT SANTIVIVUT

Nationale und internationale Speditionen übernehmen für ihre Auftraggeber den Transport von Waren und Gütern. Diesen führen sie entweder selbst durch – viele Speditionen unterhalten einen großen Fuhrpark – oder beauftragen Dritte damit, sogenannte Frachtführer. In jedem Fall ist das Geschäft der Speditionen mit einem großen Organisationsaufwand verbunden. Internationale Speditionen wie die Firma Kruse bei Hamburg führen auch länderübergreifende Transporte durch, zu ihren Leistungen gehört daher zum Beispiel auch die Zollabwicklung. Zudem gibt es Speditionen, die sich auf einen bestimmten Transportweg spezialisiert haben, beispielsweise den Gefahrenguttransport oder den Schwertransport.

Geschäftsmodelle von Speditionen: Spezialisten und Allrounder

Die meisten Speditionen bieten jedoch Transporte auf sämtlichen Wegen sowie weiterreichende Dienstleistungen wie Lagerlogistik, Warensicherung, Montage und vieles mehr an. Auch die Deutsche Bahn ist mit ihrer Transport- und Logistikgruppe DB Schenker längst nicht mehr nur im Bereich Bahntransporte tätig, sondern engagiert sich auch im Landtransport, in der Luft- und Seefracht sowie in der Kontraktlogistik. Bei Letzterem handelt es sich um einen Bestandteil des sogenannten Supply-Chain-Managements, einer langfristigen arbeitsteiligen Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Händlern und Logistik-Unternehmen. Der Logistiker übernimmt beispielsweise für einen großen Automobilhersteller die Auslieferung der Fahrzeuge.

Junge Firmen in einer alten Branche

Dass die Logistik und das Speditionsgewerbe nach wie vor eine Branche mit Zukunft sind, zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Demnach sind Start-ups in diesem Bereich auf dem Vormarsch. Rund um den Globus seien im Jahr 2015 Investitionen in Höhe von etwa 14 Milliarden US-Dollar in Gründerfirmen aus dem Transport- und Logistikumfeld geflossen – ein Anstieg von mehr als dem 1,5-fachem gegenüber dem Vorjahr. Ein Beispiel für ein solches Start-up ist die Berliner Firma Sennder GmbH. Zwei ehemalige Unternehmensberater kamen 2015 auf die Idee, Pakete mithilfe von Fernbussen und privaten Boten noch schneller zu den Empfängern zu bringen.  Auf der Website ueberbringer.com finden Reisende, die sich auf ihrem Weg von A nach B ein paar Euro dazu verdienen wollen und Käufer zusammen, die den privaten Kurierservice in Anspruch nehmen. Beispiele wie diese zeigen, dass Speditionen nach wie vor ein lukratives Geschäftsfeld sind, sich der Bereich aber wie so viele Branchen im Zuge der  Digitalisierung in einem Wandel befindet.

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