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Selbstständig werden als Freiberufler oder Gründer

Selbstständig werden © istockphoto.com / UberImages

„Wer selbstständig ist, arbeitet selbst und ständig“ – so hört man es seit Jahrzehnten, wenn Selbstständige ihr bedauernswertes Schicksal der Allgemeinheit kundtun. Doch ist dem wirklich so? Fakt ist, dass die Selbstständigenquote Deutschlands mit ca. elf Prozent im europäischen Vergleich eher niedrig ist. Das mag einerseits an einem gewissen Arbeitspensum liegen, andererseits aber auch an den Hürden der Bürokratie. So bezeichneten 92 Prozent der Befragten in einer Umfrage von Mai 2015 unter mittelständischen Unternehmen für den Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (www.vgsd.de) die Bürokratiebelastung in Deutschland als „hoch“ oder „sehr hoch“. Sogar 96 Prozent befanden die Anzahl der Gesetze und Verordnungen als zu hoch. Dennoch machen sich Menschen selbstständig. So schlecht kann also auch nicht alles sein, oder?

Was spricht für Selbstständigkeit – oder dagegen?

Es gibt viele Gründe, sich selbstständig zu machen. Da ist für die einen die unternehmerische Freiheit, eine Geschäftsidee verwirklichen zu können, oder selbst etwas (Bleibendes) zu schaffen. Andere versprechen sich monetäre Vorteile, wollen viel Geld verdienen und die steuerlichen Vorteile nutzen. Wieder andere übernehmen den elterlichen Betrieb und führen so eine (lange) Tradition fort. Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich mehr zeitliche Flexibilität von einem Job in der Selbstständigkeit erhoffen, und Idealisten, die nicht nur an ihr eigenes Fortkommen denken, sondern für andere Arbeitsplätze schaffen wollen. Und Menschen, die sich schlichtweg selbstständig machen, um einen Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden.

Auf der anderen Seite scheuen viele die Selbstständigkeit – unter anderem, weil es ihnen im Angestelltenverhältnis sehr gut geht – und wollen ihre gewohnte Sicherheit nicht aufgeben. Denn Selbstständigkeit bedeutet auch, sich um alles selbst kümmern zu müssen wie Krankenversicherung, Rente, Absicherung bei Berufsunfähigkeit etc. Zudem kommt die Frage des Charakters dazu: Es ist längst nicht jedermanns Sache, Verantwortung und Entscheidungen zu übernehmen.

Kein Startkapital – also Fördermittel beantragen

Sich selbstständig zu machen ist in den wenigsten Fällen kostenlos zu verwirklichen. Und das Eigenkapital hält sich bei vielen Existenzgründern auch in Grenzen. Woher kommt also das Startkapital? Der Fördermittelcheck klärt auf: Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig macht, hat die Möglichkeit, einen Gründungszuschuss zu beantragen. Uniabsolventen können von Zuschüssen in Form eines Gründerstipendiums profitieren. Und andere prüfen am besten die Möglichkeiten, ein Förderdarlehen über die KFW-Bank zu erhalten. Zu diesem Thema sollte man in jedem Fall professionelle Beratungsangebote in Anspruch nehmen, z.B. unter www.existenzgruender.de, dem Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Der Weg in die Selbstständigkeit führt über einen guten Businessplan

Ohne Businessplan geht nichts. Zunächst einmal ist es natürlich für einen selbst wichtig, dass man in der Lage ist, sämtliche Gedanken und Überlegungen seiner Geschäftsidee auf Papier zu bringen, um sie später auch umsetzen zu können. Vor allem müssen aber auch mögliche Geldgeber überzeugt werden. Nur wer einen wirklich ausgereiften Businessplan hat, der so gut wie alle Eventualitäten berücksichtigt, wird in der Lage sein, die für sein Geschäftsmodell erforderlichen Kredite zu generieren. Hier einige Punkte, die in einem guten Businessplan nicht fehlen dürfen:

Übrigens: Wer in einem passablen Angestelltenverhältnis ist und noch nicht hundertprozentig weiß, ob er den Schritt in die Selbstständigkeit wirklich wagen möchte, sollte sich gegebenenfalls zunächst nebenberuflich selbstständig machen. So kann man sich in der neuen Rolle ausprobieren und testen, ob die Selbstständigkeit einem liegt, ohne die Vorzüge eines sicheren Einkommens als Angestellter (ganz) aufgeben zu müssen. Bei Gefallen kann dann ja der nächste Schritt folgen: der in die Vollzeit-Selbstständigkeit.

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