Deutsche Bundestagswahl 2013: der Wahl-O-Mat

21 Sep, 2013

„Geh wählen, entscheide mit!“ – diese Aufforderung könnte dem ein oder anderen gerade in den letzten Tagen öfter begegnet sein. Doch was wählt man, wenn man sich vorher wenig mit dem Thema beschäftigt und keine Ahnung hat, was da in Berlin eigentlich alles vor sich geht? Der Wahl-O-Mat soll helfen herauszufinden, mit welcher Partei man die Meinung am ehesten teilt. Von den Machern des Wahl-O-Mat wird immer wieder betont, dass das Ergebnis des Wahl-O-Mat keine Wahlempfehlung, sondern lediglich eine Entscheidungshilfe sei. In der Demokratie hat man schließlich selbst die Wahl, oder nicht?

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2013

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2013. (c) bpb

Die Entwicklung des Wahl-O-Mat

Erstmalig entwickelt wurde der Wahl-O-Mat bei der Bundestagswahl 2002. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat diesen Service vor allem für die jungen Wähler vorgesehen, denen es vor der ersten Wahl oft schwer fällt, zu wissen und sich zu entscheiden, welche Partei „die richtige“ ist. Im Prinzip soll der Wahl-O-Mat die Möglichkeit bieten, die Meinung der Parteien herauszufinden und mit der eigenen Meinung vergleichen zu können, ohne sich sämtliche Parteiprogramme durchlesen zu müssen. Hier ist allerdings fraglich, wie wahr die angegebene Meinung der Parteien hier ist, da sich bspw. die NPD in vielen Dingen anders positioniert als es vermutlich tatsächlich der Fall ist, um junge Wähler anzulocken. Deswegen kommt es auch nicht selten vor, dass jemand, der den Wahl-O-Mat nutzt, eine hohe Übereinstimmung mit der NPD hat.

So funktioniert der Wahl-O-Mat

Insgesamt 38 Thesen wurden von einer Redaktion aus Erst- und Zweitwählern ausgewählt. Diese Thesen wurden an die 29 Parteien geschickt, von denen 28 diese Thesen beantwortet haben. Der Wahl-O-Mat funktioniert nun so, dass man bei jeder These entscheiden muss, ob man dieser zustimmt, ihr neutral gegenüber steht oder ihr nicht zustimmt. Außerdem kann man eine These auch überstimmen, wenn man diese nicht beantworten möchte. Kritik hier ist, dass die Antwortmöglichkeiten zu eingeschränkt sind. Von Seiten der Entwickler kommt hier die Argumentation, dass bei mehr Antwortmöglichkeiten wie beispielsweise „Stimme teilweise zu“ kein Wähler mehr die Extremposition auswählen würde, obwohl er eventuell diese Position und Meinung vertritt. Hier ist fraglich, ob es nicht sinnvoll wäre, da es sicherlich einige Thesen gibt, bei denen man nunmal nicht komplett zustimmt, sondern eine leichte Tendenz in eine Richtung hat.
Zum Abschluss der Thesenbeantwortung im Wahl-O-Mat hat man noch die Möglichkeit bestimmte Thesen, die für einen persönlich besonders wichtig sind, höher zu gewichten. Danach kann man acht der Parteien auswählen, mit denen man die eigenen Antworten vergleichen möchte.

Kann der Wahl-O-Mat wirklich eine Entscheidungshilfe für die Wahl sein?

Kann der Wahl-O-Mat wirklich eine Entscheidungshilfe für die Wahl sein? (c) Tim Reckmann / pixelio.de

Wahl-O-Mat Kritik

Einerseits mag der Wahl-O-Mat für manch einen eine Entscheidungshilfe sein, jedoch sollte man ihn auf jeden Fall auch kritisch sehen. Es ist fraglich, ob die Parteien die vorgegebenen Thesen wirklich komplett wahrheitsgemäß nach ihrer Einstellung und ihrem Wahlprogramm beantwortet haben. So sollte man sich eventuell doch die Mühe machen und die Parteiprogramme durchlesen, um einen genauen Überblick zu bekommen. Der Wahl-O-Mat kann sicherlich als Anregung dienen, um eine wirkliches, komplett übersichtliches Bild der Parteien und ihrer Programme zu bekommen, sollte man sich dennoch darüber hinaus informieren.

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